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Dankesworte von
Prof. Dr. Martin Jänicke

 

Es ist für mich eine große Ehre, diesen Preis zu erhalten. Ehrenhaft ist es auch, mit diesem Preis einem Kreis nobler Preisträger anzugehören. Und schließlich ist es eine Ehre, dass Prof. Simonis die Laudatio übernommen hat. Er ist ja wirklich einer der nicht zahlreichen deutschen Hochschullehrer, die schon in den siebziger Jahren im Wortsinne „den Kopf hingehalten“ haben, wenn es um Umweltbelange in einer Gesellschaft ging, die dem Thema mehrheitlich eher ablehnend gegenüberstand. (Dies obwohl die Regierung Brandt-Scheel schon 1970 eine ehrgeizige Umweltpolitik auf den Weg gebracht hatte.) Lange Zeit gehörte man zu den „umstrittenen Wissenschaftlern“, wenn sich wissenschaftlich man für den Umwelt- und Ressourcenschutz engagierte.

 

Ich habe auf das Jahr genau vor vierzig Jahren begonnen, zu Umweltthemen zu publizieren. Im Rückblick auf diese lange Zeit drängt sich mir immer wieder diese Frage auf, die ich mit Ihnen teilen möchte: Wir haben in den siebziger Jahren eigentlich bereits alles gewusst, was Teile der Gesellschaft erst heute begreifen. Wir wussten, dass es Grenzen des Wachstums gibt. Wir wussten auch, dass man diese Grenzen durch technischen Fortschritt und ökologische Modernisierung erweitern kann. Bereits Anfang der siebziger Jahre gab es ein Wirtschaftskonzept des japanischen Industrieministeriums nach der Maxime: Wir haben wenig Rohstoffe, aber eine entwickelte Wissenschaft. Ein intelligenter Umgang mit Rohstoffen und Energie bietet nicht nur eine wirtschaftlich Perspektive für das Land, es dient auch der Umwelt. Ich frage mich, warum hat es so lange gedauert, bis solche letztlich trivialen Erkenntnisse in der Mitte der Industriegesellschaften angekommen sind.

 

Sie haben sich diesem unerlässlichen Wandel verschrieben. Ich bedanke mich für Ihre Anerkennung.

 

 

 

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