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Laudatio auf
Volker Angres

 

„Wenn Franz Adam durch seine Stadt streift, achtet er kaum auf die Fassaden. Ihn interessiert eher, was man nicht sehen kann. Hinter den Wänden und unter dem Asphalt erahnt er wahre Schätze: Metalle, Mineralien, Seltene Erden, Kunststoffe. Begehrte Rohstoffe, die dort über Jahrzehnte verarbeitet, vergraben und zum Teil vergessen wurden. Die will er finden und wieder nutzen.“
So etwa beginnt eine ZDF-Dokumentation, welche im letzten Jahr im September ausgestrahlt wurde. Maßgeblich an diesem Film beteiligt war ein gewisser Volker Angres. Und dieser Volker Angres bekommt heute den URBAN MINING Award für Kommunikation und Publizistik. Wer ist dieser Volker Angres und um alles in der Welt, wieso bekommt er diesen Award. Ich könnte mir vorstellen, der zweite Halbsatz war auch eine Frage, die sich Volker Angres selbst gestellt hat. Zeit, etwas Licht in die Sache zu bringen. Was macht man heute, wenn man jemanden vorstellen möchte? Man schaut ins www. Immerhin 17.400 Einträge für Volker Angres – und auf den ersten Blick ist dabei eigentlich immer unser Preisträger Volker Angres gemeint. Also ganz offensichtlich eine Person im Lichte der Öffentlichkeit. Schauen wir genauer hin - was sagt denn Wikipedia – auch da ist er zu finden:

  • 1956 in Hannover geboren.

  • Journalist beim ZDF.

  • Eigentlich gelernter Bankkaufmann, jedoch auch Magister in Publizistik, Politikwissenschaft und Pädagogik.

  • Arbeit für das Fernsehen ab 1979 - zunächst bei der ARD

Er positionierte sich dabei schon sehr früh in Wirtschafts- und insbesondere auch Umweltsendungen, eine Kombination, welche ihm – so glaube ich wenigstens verstanden zu haben – auch heute noch liegt, ja welche ihm essentiell erforderlich erscheint. Seit mehr als 10 Jahren ist Volker Angres jetzt beim ZDF. Er ist Leiter der Umwelt-Redaktion.Für alle Nachhaltigkeits- und Ressourcen-Interessierte – also per se für alle Urban Miner - ist dabei die Tatsache interessant, dass beim ZDF die Umweltredaktion in der Hauptredaktion Wirtschaft, Recht, Soziales und Umwelt angesiedelt ist. Dies ist nicht nur im Sinne von Volker Angres sondern auch im Sinne der bekannten 3 Säulen der Nachhaltigkeit: Ökologie. Ökonomie und sozio-kulturelle Aspekte. Neben dem Fernsehen wären auch noch Bücher zu nennen, für welche er gemeinsam mit Co-Autoren verantwortlich zeichnet und welche, vor mehr als 10 Jahren veröffentlicht, Themen hatten, die heute genauso aktuell sind wie damals – nämlich z.B.:

  • Bananen für Brüssel - von Lobbyisten, Geldvernichtern und Subventionsbetrügern

oder

  • Futter fürs Volk - Was uns die Nahrungsmittelindustrie auftischt.

All dies passt zu seiner eigenen Einschätzung seines beruflichen Lebens. Wie er sagt, hatte er bis heute keine Sekunde Langeweile und er ist nach wie vor davon begeistert, beruflich einer Vielzahl von Querdenkern und einer Menge von interessanten Menschen begegnen zu dürfen. Vielleicht ist auch die Tatsache, dass er neben vielen anderen Aktivitäten seit einiger Zeit Mitglied im Verwaltungsrat der Stiftung Warentest ist in diesem Kontext zu sehen. Es verwundert also auch nicht, dass der Urban Mining Award nicht seine erste Auszeichnung ist. Exemplarisch zu nennen wären hier etwa

  • Der Deutscher Solarpreis

  • Ein 2. Platz beim deutschen Wirtschaftsfilmpreis

  • Der Euronatur-Umweltpreis

  • Der Umwelt-Medienpreis in der Kategorie Film und Fernsehen der deutschen Umwelthilfe.

Volker Angres als Fernsehmann. Wie sieht es neben der bereits erwähnen Dokumentation da aus? Es begann damit, dass er über viele Jahre verantwortlich für verschiedene Magazine mit Themenschwerpunkt ‚Umwelt‘ war. Danach kam ab 2001 für 10 Jahre das Magazin ‚ZDF-Umwelt‘. Seit 2011 ist dies als ‚Planet-e‘, jetzt mit umfangreicherer Berichterstattung zu einzelnen Themen gewandelt zu einem sogenannten Dokumentationsformat. Schaut man nochmals in das www, so findet man bei youtube spektakuläre Aufnahmen mit Volker Angres am Rheinfall in Schaffhausen oder von einer Rheinbereisung mit einem kleinen Kamera-Zeppelin. Umweltthemen werden von ihm aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Er ist so ein typischer ‚über-den-Tellerrand-Hinausschauer‘. Im letzten Jahr für mich persönlich ausgesprochen interessant war ein Beitrag im Zusammenhang mit der Klimaschutzkonferenz in Doha. Volker Angres zeigt dabei sehr eindringlich, wie kompliziert und aufwändig Berichterstattungen von solchen ‚Hochsicherheitsveranstaltungen‘ sein können. Man kann aber – vielleicht manchmal etwas zwischen den Zeilen – auch sehen wie, in ihrer eigenen Mächtigkeit gefangen, solche Konferenzen ebenfalls sind. Vielleicht ist dies Beleg dafür, dass dabei wohl keine wirklich voranbringenden Ergebnisse erzielt werden können - aber das ist meine ganz persönliche Auffassung und Interpretation des Beitrags. Allerdings konstatiert Volker Angres auch sehr klar und plakativ: ‚Wenn es ein Guinness-Rekordbuch des Versagens gäbe, wäre einer der ersten Plätze der Doha-Konferenz sicher.‘ Ganz offensichtlich reibt er sich wenn es erforderlich ist durchaus auch an anderen Meinungen. Er leistet sich eine persönliche Meinung, auch einfach einmal als Bürger. Dies hat ihm – nur als Nebenbemerkung - vor einigen Jahren einige Kritik seines öffentlich-rechtlichen Arbeitgebers eingebracht.

 

Kommen wir aber zurück zum URBAN MINING Award. Womit sich Volker Angres beschäftigt sind Umweltthemen verschiedenster Art. In treiben Fragen zur Klimaveränderung um und er denkt auch beruflich über Erneuerbare Energien, Energiewende, ganz allgemein über Ressourcenschutz nach. Und genau das ist ja das übergeordnete Anliegen des Urban Mining e.V. und des Awards. Es ist dieses erwähnte ‚über den Tellerrand hinausschauen‘. Es ist auch die Verantwortungsübernahme für unser Tun im Sinne der Verbesserung der Nachhaltigkeit unseres Lebens und Wirkens. Diese Aspekte sind es wert gestärkt zu werden – die unabdingbare Notwendigkeit eines konsequenten Urban Mining wird dann automatisch als Erkenntnis von selbst aufscheinen. Dass es Urban Mining gibt hat sich ja mittlerweile schon ein wenig herumgesprochen, wenn es auch häufig ‚nur‘ als Synonym für Recycling verwendet wird. Die Verankerung des Urban Mining im großen Kontext des Ressourcenschutzes, der Energie-Effizienzsteigerung, des Klimaschutzes und allgemein der zwingend erforderlichen Steigerung der Nachhaltigkeit braucht aber schon noch ein wenig Öffentlichkeit, muss schon noch ein wenig weiter verbreitet werden. Da liegt es natürlich auch nahe, einen Journalisten, der nicht nur UM kennt sondern vom großen Bild der Nachhaltigkeit überzeugt ist nochmals ganz intensiv auf diesen Bildteil ‚Ressourcenschutz durch Urban Mining‘ hinzuweisen, ihn mit dem UM-Award dabei schon auch in die Pflicht zu nehmen. Denn – lieber Volker Angres - Verpflichtung ist der Award auch. Quasi als Beleg hierfür zum Abschluss ein paar Gedanken des ersten UM-Award Preisträgers, Prof. Dr. Klaus Töpfer: ‚Wir sind uns im Klaren darüber, eine Welt mit bald 9 Milliarden Menschen kann keine Wegwerfgesellschaft sein, es muss eine Gesellschaft sein, die in Kreisläufen die Ressourcen immer und immer wieder nutzt und die es ermöglicht auf diese Art und Weise Abfall zu einem Fremdwort werden zu lassen. Urban Mining hat Zukunft.‘ Und zur Verleihung des UM-Awards an ihn selbst meinte er: ‚Ich werde alles tun, dass man hinterher nicht hinguckt und sagt: "Warum denn gerade dem?" – Also, auch eine Zukunftsherausforderung ist und bleibt damit für mich verbunden.‘

 

In diesem Sinne: Der Urban Mining Award für Publizistik 2013 geht an Volker Angres

 

Dr.-Ing. Peter Kiefhaber
Dr. Kiefhaber+Zebe Ingenieur Consult GmbH

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